Christi Himmelfahrt und Vatertag – der doppelte Tag
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Der deutsche „Vatertag“ – oder Männertag – liegt auf einem Feiertag, der eigentlich einen anderen Namen hat: Christi Himmelfahrt, 40 Tage nach Ostern. Zwei Bedeutungen an einem Tag, das ist bequem im Kalender, aber es lohnt sich, beide gelten zu lassen und nicht die eine unter der anderen zu vergessen. Der Bollerwagen-Ausflug ist volkstümliches Brauchtum. Christi Himmelfahrt ist der Grund, warum an diesem Tag frei ist.
Was an Christi Himmelfahrt geschieht
Vierzig Tage nach der Auferstehung berichtet Lukas: „Und als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg. Und als sie unverwandt zum Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißer Kleidung bei ihnen, die sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen“ (Apg 1,9–11). Die Jünger stehen und schauen – der Herr ist weg. Die Botschaft der Engel ist zweifach: Er kommt wieder, und in der Zwischenzeit habt ihr etwas zu tun.
Warum das ein hoher Feiertag ist
Christi Himmelfahrt gehört zu den drei Hochfesten des Osterfestkreises (Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten). Was in diesen 50 Tagen geschieht, ist der eigentliche Kern des christlichen Glaubens. Die Auferstehung ist da, aber der Auferstandene geht seinen Weg weiter: erst 40 Tage bei den Jüngern, dann in die Herrlichkeit des Vaters, dann zehn Tage bis Pfingsten. Wer nur Ostern feiert und die anderen beiden Tage überspringt, versteht die Hälfte der Geschichte.
Wie der Vatertag dazukam
Der Brauch, an Christi Himmelfahrt Männergruppen einen Ausflug mit Bollerwagen und reichlich Getränken zu machen, ist im 19. Jahrhundert im Berlin-Brandenburger Raum entstanden. Er hatte anfangs sogar christliche Wurzeln – Männer zogen zum Himmelfahrts-Gottesdienst in umliegende Dörfer und machten daraus einen kleinen Familienausflug. Aus dieser frommen Wurzel ist mit der Zeit das geworden, was man heute kennt: oft ein reiner Trinktag ohne kirchlichen Bezug. Wer den Tag ehrlich feiern will, kann beides tun – morgens den Gottesdienst besuchen und nachmittags im Freundeskreis Zeit verbringen.
Väter im biblischen Sinn
Wenn der Tag Vatertag heißt, lohnt der Blick auf das biblische Bild vom Vater. Der Psalm 103 sagt es warm: „Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, welche ihn fürchten“ (Ps 103,13). Der Vater ist im Bild der Bibel nicht der Alleinherrscher, sondern der Barmherzige – der, der wartet und läuft, wenn der Sohn zurückkommt (Lk 15,20). Das ist ein Bild, an dem sich menschliche Väter aufrichten dürfen, wenn sie ehrlich prüfen: Sehe ich meine Kinder mit diesem Blick?
Väter ehren – auch wenn nicht alles rund war
Das vierte Gebot – „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren“ (2. Mose 20,12) – gilt unabhängig davon, ob der Vater ein guter war. Das ist eine schwere Wahrheit für Menschen mit schwierigen Vätern. Ehren heißt nicht: beschönigen. Es heißt: die Rolle achten, die diese Person im eigenen Leben hatte, und nicht in Verachtung enden. Wer sich mit einem verstorbenen oder entfremdeten Vater aussöhnen möchte, findet an Christi Himmelfahrt einen guten Rahmen dafür – die Predigt an diesem Tag handelt oft genau davon: dass Jesus aufgefahren ist, um „euch eine Stätte zu bereiten“ (Joh 14,2). Auch die Schwierigen bekommen dort einen Platz.
Ein Geschenk für den Vater
Wer seinem Vater etwas geben möchte, das nicht in der Ecke steht, findet in schlichtem Männerschmuck oft einen guten Weg. Ein schlichtes Herrenarmband mit Gravur – das Datum seiner Hochzeit, der Name eines Kindes oder eine kurze Bibelstelle – ist ein Geschenk, das ihn jeden Tag begleitet. Eine Fotokette aus unserer Kollektion mit dem Foto seiner Kinder oder Enkel, unter dem Hemd getragen, ist ein anderer Weg, ein Schlüsselanhänger mit Foto ein dritter. Weitere Ideen im Detail: Vatertag – Väter, die getragen haben, bekommen etwas zu tragen.
Was du für dich mitnehmen kannst
Ein Feiertag mit zwei Bedeutungen ist reicher, nicht ärmer. Wer den Vormittag im Gottesdienst und den Nachmittag mit der Familie oder Freunden verbringt, feiert beide Ebenen des Tages. Und wer seinem Vater eine Kette oder einen Anruf schenkt, entscheidet mit einer kleinen Geste, wo er den Ton legt: bei dem, was zählt.
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